WhatsApp: Ein Messenger hört mit

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WhatsApp spaltet einmal mehr die Massen. Viele Leute nutzen den Messenger gar nicht, da ihnen nach der Übernahme von Facebook die Sympathie abhanden gekommen ist. Dazu geht es natürlich um Datenschutz. Dass nun berichtet wird, es würden Telefonanrufe ungefragt mitgeschnitten, ist Wasser auf die Mühlen.

Der Blogger Jens Herforth hatte berichtet, dass WhatsApp in der Version 2.12.45 ungefragt Anrufe mitschneidet – das ist in Deutschland verboten. Hinweise auf diese Funktion gibt es nicht zu finden. Wer das nachprüfen will, kann dies unter WhatsApp/Media/WhatsApp Calls machen. Dort finden sich nach einem Anruf drei Dateien.

Eine ist die Aufzeichnung des eigenen Telefons, die andere Datei beinhaltet das Gespräch des Gegenübers. Die Funktion der dritten Datei ist bis dato ungeklärt.  Auch soll diese Funktion nur in der genannten Version implementiert sein, in der aktuellen Version 2.12.61 fehlt jeder Hinweis auf Mitschnitte – was bedeutet das nun für den Nutzer?

Datenschutz? Ist uns egal

Ich hatte gestern ein recht langes Gespräch auf Twitter, wo wir uns allgemein über Datenschutz und die Faulheit, überhaupt etwas gegen Überwachung etc. zu unternehmen, unterhalten haben. Es ist irgendwo fraglich, warum überhaupt knapp 800 Millionen Menschen WhatsApp nutzen. Datenschutz ist uns angeblich wichtig, aber aus Bequemlichkeit kann man WhatsApp ja nutzen.

Die Diskussion begann, da ich in einem Post mitbekam, dass viele Leute in ihrem Laptop die Webcam abkleben und das Mikrophon ausbauen. Denn angeblich soll es recht einfach sein, alle Gespräche auf dem Sofa locker abhören zu können, dazu sich Zugang zu der Webcam zu verschaffen. Auch die Frontkamera eines Smartphones bietet viel Angriffsfläche.

WhatsApp und der Datenschutz

Irgendwo interessant, dass die Entwicklung uns viele Vorteile bietet, es gleichzeitig aber auch einschränkend wirkt. Auf einem ganz unteren Level ist es WhatsApp. Ein Messenger, der es mit dem Datenschutz nicht sonderlich genau nimmt und in einer Version plötzlich Anrufe mitschneidet. Klar, ich habe vielleicht nichts zu verbergen, aber es gibt Privatsphäre.

Und die Frage ist, ob die smarte Entwicklung diese auf Dauer immer weiter gefährdet. Ich kann Threema nutzen und muss mir auch nicht unbedingt einen Smart-TV anschaffen. Ein Smartphone brauche ich auch nicht zwingend. Es wäre nur einfach schön, wenn man sich nicht immer Gedanken um diese Themen machen müsste und die Vorteile ohne Einschränkungen zu nutzen wären.

Nachtrag: heise.de berichtet nun: „Wie der Sprecher von WhatsApp versicherte, handelt es sich bei Version 2.12.45 um eine „geleakte und rein interne Version von WhatsApp, die von den Programmierern für das Testen und die Fehlerbehebung bei VoIP-Telefonaten genutzt wird.“

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